Wie erzählt man Stadt- oder Heimatgeschichte sinnvoll?

Wahrscheinlich kennen wir sie alle noch aus unserer Kindheit: diese
Heimatmuseen, bis unter die Dachbalken vollgestellt. Ein Pappmaché-Modell
der Altstadt, ordentlich beschriftete Vitrinen, Werkzeuge aus fünf
Jahrhunderten – und eine dünne Staubschicht, die alles miteinander
verbindet. Man mochte den Ort, aber lebendig war er selten.

Genau dieses Bild begleitet viele Häuser bis heute. Und die Frage lautet:
Wie wird man es los? Moderne Technik allein reicht nicht. Ein Touchscreen
macht aus einer Sammlung noch keine zeitgemäße Ausstellung. Entscheidend
ist, ob ein Museum einen Zugang zur lokalen Geschichte findet, der Menschen
wirklich erreicht.

Deshalb hat uns der Auftrag der Mitmachstadt Herrenberg besonders gefreut. Wir dürfen die neue Dauerausstellung im Fruchtkasten konzipieren und kuratieren – einem historischen Kornspeicher aus dem 17. Jahrhundert, der gerade zum Kultur- und Begegnungszentrum umgebaut wird. Die Ausstellungsgestaltung übernimmt das Atelier Brückner. Für uns war sofort klar: Das ist die Chance, Stadtgeschichte neu zu erzählen.

Im Zentrum steht die Frage nach Handlungsspielräumen. Wie haben Menschen früher ihre Welt gestaltet? Womit mussten sie leben, wogegen konnten sie sich wehren, was konnten sie verändern?

Wenn man Geschichte so betrachtet, verliert sie automatisch das Verstaubte. Sie wird menschlich. Sie wird nah. Und sie hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen.

Genau dort wollen wir ansetzen – und wir freuen uns sehr darauf, bald mehr
Einblicke aus dem Projekt zu teilen.